COVID-19 (Corona Virus Disease 2019)

Impfpräventabel: Ja

(Quelle RKI; Stand 25.02.2021)
Erreger: SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ist ein neues Beta-Coronavirus, das Anfang 2020 als Auslöser von COVID-19 identifiziert wurde. Zu den Beta-Coronaviren gehören u. a. auch SARS-CoV-1 und MERS-CoV.
Coronaviren sind unter Säugetieren und Vögeln weit verbreitet. Sie verursachen beim Menschen vorwiegend milde Erkältungskrankheiten, können aber mitunter schwere Lungenentzündungen hervorrufen. SARS-CoV-2 verwendet das Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen. Eine hohe ACE-2-Dichte besteht im Atemwegstrakt, sowie im Darm, in Gefäßzellen, in der Niere, im Herzmuskel und in anderen Organen.
Besorgniserregende Virusvarianten: Seit Mitte Dezember 2020 wird aus dem Vereinigten Königreich über die zunehmende Verbreitung der SARS-CoV-2-Variante (Linie B.1.1.7) berichtet, die sich durch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Mutationen insbesondere im viralen S-Protein auszeichnet. Man geht mittlerweile davon aus, dass diese Variante erhöhte Übertragbarkeit aufweist, die in einer höheren Reproduktionszahl resultiert. Ebenfalls im Dezember 2020 wurde erstmals vom vermehrten Auftreten einer SARS-CoV-2 Variante in Südafrika berichtet, die acht Aminosäureaustausche im S-Protein aufweist. Auch diese Variante (Linie B.1.351) hat andere Varianten verdrängt, so dass erhöhte Transmissibilität denkbar ist. Ebenfalls zu den besorgniserregenden Varianten wird die kürzlich aus Brasilien berichtete Virusvariante P.1 (auch: 501Y.V3) gerechnet. Auch für diese Variante wird eine denkbare Verringerung der Immunantwort diskutiert.

Übertragungswege: Der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen. Je nach Partikelgröße bzw. den physikalischen Eigenschaften unterscheidet man zwischen den größeren Tröpfchen und kleineren Aerosolen, wobei der Übergang zwischen beiden Formen fließend ist. Während insbesondere größere respiratorische Partikel schnell zu Boden sinken, können Aerosole auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u. a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.
Beim Atmen und Sprechen, aber noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden; beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich vermehrt größere Partikel. Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber infektiösen Partikeln jeglicher Größe im Umkreis von 1-2 m um eine infizierte Person herum erhöht. Eine Maske (Mund-Nasen-Schutz oder Mund-Nasen-Bedeckung) kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.
Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 1,5 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt, sich längere Zeit in dem Raum aufhält und exponierte Personen besonders tief oder häufig einatmen. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen über einen längeren Zeitraum, wo es z. T. zu hohen Infektionsraten kam, die sonst nur selten beobachtet werden. Auch schwere körperliche Arbeit bei mangelnder Lüftung hat, beispielsweise in fleischverarbeitenden Betrieben, zu hohen Infektionsraten geführt. Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor. Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.
Generell wird unterschieden, ob eine ansteckende Person zum Zeitpunkt der Übertragung bereits erkrankt (symptomatisch) war, ob sie noch keine Symptome entwickelt hatte oder ob sie auch später nie symptomatisch wurde. Eine große Bedeutung haben die Übertragungen von infektiösen Personen, wenn sie bereits Krankheitszeichen entwickelt haben. Dabei können diese Symptome relativ subtil sein, wie z. B. Kopf- und Halsschmerzen. Eine solche Phase mit leichteren Symptomen kann einer späteren Phase mit „typischeren“ Symptomen, wie z. B. Fieber oder Husten, um ein oder zwei Tage vorausgehen. "Typischere" Symptome können aber auch ausbleiben.
Schließlich gibt es vermutlich auch Ansteckungen durch Personen, die zwar infiziert und infektiös waren, aber gar nicht erkrankten. Diese Ansteckungen spielen vermutlich jedoch eine untergeordnete Rolle.
Zur Verminderung des Übertragungsrisikos sind in allen drei Konstellationen die schnelle Isolierung von positiv getesteten Personen, die Identifikation und die frühzeitige Quarantäne enger Kontaktpersonen wirksam. Das Abstandhalten zu anderen Personen, das Einhalten von Hygieneregeln, das Tragen von (Alltags-) Masken sowie Lüften (AHA + L-Regel) sind Maßnahmen, die insbesondere auch die Übertragung von (noch) nicht erkannten Infektionen verhindern.

Inkubationszeit: Die mittlere Inkubationszeit wird in den meisten Studien mit 5-6 Tagen angegeben. In verschiedenen Studien wurde berechnet, zu welchem Zeitpunkt 95 % der Infizierten Symptome entwickelt hatten, dabei lag das 95. Perzentil der Inkubationszeit bei 10-14 Tagen.

Diagnostik: Die Feststellung einer akuten Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels direktem Erregernachweis (z. B. Genomnachweis mittels PCR, Antigennachweise, Virusisolierung).

Symptome und Krankheitsverlauf: Frauen und Männer sind von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer und sterben laut einer Übersichtsarbeit doppelt so häufig wie Frauen.
Zu den im deutschen Meldesystem am häufigsten erfassten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Weitere Symptome sind Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie und Somnolenz.
Der Krankheitsverlauf variiert in Symptomatik und Schwere, es können symptomlose Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod auftreten. Insgesamt sind 2 % aller Personen, für die bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland übermittelt wurden, im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung gestorben.
Bisherigen Studien zeigen, dass Schwangere vergleichsweise seltener Symptome entwickeln. Eine begrenzte Zahl an Studien zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für eine invasive Beatmung möglicherweise höher ist. Für symptomatische Schwangere sehen die Autoren einer US-amerikanischen Studie dies für ihr Patientenklientel im Vergleich zu nicht-schwangeren COVID-19-Patientinnen bestätigt. Eine monozentrische Kohortenstudie aus Texas betrachtete alle auf SARS-CoV-2 getesteten Schwangeren, einschließlich ambulant getesteter und asymptomatisch Infizierter. Infizierte und nicht-infizierte Schwangere unterschieden sich hier nicht hinsichtlich mütterlichem oder kindlichem Outcome und die Rate an schwereren COVID-19-Verläufen von 5 % entsprach der in der Allgemeinbevölkerung erwarteten. Eine Hospitalisierung erfolgte i.d.R. aus geburtshilflicher Indikation und nur in 6 % wegen COVID-19. Auch erste Auswertungen der Daten des CRONOS-Registers legen bei den untersuchten Schwangeren in Deutschland einen überwiegend günstigen Verlauf einer Infektion mit SARS-CoV-2 nahe. Bei der Bewertung des relativen Risikos Schwangerer ist zu beachten, dass das Risiko für schwerere Krankheitsverläufe für Frauen im gebärfähigen Alter grundsätzlich gering ist. Die Mortalität ist insgesamt sehr gering, insbesondere die bekannten Risikofaktoren erhöhen jedoch auch bei Schwangeren das Risiko für einen schwereren Verlauf und das Risiko nimmt mit steigendem maternalen Alter zu.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit: Der genaue Zeitraum, in dem Ansteckungsfähigkeit besteht, ist noch nicht klar definiert. Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit um den Symptombeginn am größten ist und dass ein erheblicher Teil von Transmissionen bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erfolgt. Zudem ist gesichert, dass bei normalem Immunstatus die Kontagiosität im Laufe der Erkrankung abnimmt, und dass schwer erkrankte Patienten mitunter länger infektiöses Virus ausscheiden als Patienten mit leichter bis moderater Erkrankung. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht bei leichter bis moderater Erkrankung die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück. Bei schweren Krankheitsverläufen und bei Vorliegen einer Immunschwäche können Patienten auch noch erheblich länger als 10 Tage nach Symptombeginn ansteckend sein. Im Gegensatz zu replikationsfähigem Virus ist die RNA von SARS-CoV-2 bei vielen Patienten noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR-Untersuchung nachweisbar. Diese positiven PCR-Ergebnisse sind jedoch nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen.
Die Angaben zur Ansteckungsfähigkeit variiieren. Eine Ursache hierfür sind uneinheitliche (oder fehlende) Definitionen des Symptombeginns; außerdem wird eine unspezifische Initialsymptomatik nicht von allen Patienten als Krankheitsbeginn erkannt und mitgeteilt.

Neben dem Vermeiden einer Infektion durch Beachtung der AHA + A + L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen, Corona-Warn-App herunterladen, regelmäßig lüften) bietet die Impfung den bestmöglichen Schutz vor einer Erkrankung.

Name: Comirnaty

  • Hersteller: BioNTech Manufacturing GmbH
  • Impfstoff gegen: COVID-19 (Corona Virus Disease 2019)
  • Typ: mRNA-Impfstoff
  • Ab: 16 Jahre
  • Bis: *
  • Dosierung:

    Mehrdosendurchstechflasche, muss vor Verwendung verdünnt werden; nach dem Verdünnen enthält eine Durchstechflasche 6 Dosen von je 0,3 ml (enthält 30 µg COVID-19-mRNA, eingebettet in Lipid-Nanopartikel)

    Personen ab 16 Jahren: 1. Dosis i. m., die 2. Dosis 3 Wochen nach der ersten.

    Personen, die 1 Dosis Comirnaty erhalten haben, sollten eine 2. Dosis Comirnaty erhalten, um die Impfserie abzuschließen.

Name: COVID-19 Vaccine

  • Hersteller: Moderna Biotech
  • Impfstoff gegen: COVID-19 (Corona Virus Disease 2019)
  • Typ: mRNA-Impfstoff
  • Ab: 18 Jahre
  • Bis: *
  • Dosierung:

    Mehrdosendurchstechflasche, die 10 Dosen zu je 0,5 ml enthält. Eine Dosis enthält 100 µg mRNA, eingebettet in SM-102-Lipid-Nanopartikel.

    Personen ab 18 Jahren: 1. Dosis i. m., die 2. Dosis 4 Wochen nach der ersten.

    Bei Personen, die die 1. Dosis COVID-19 Vaccine Moderna erhalten haben, sollte auch die 2. Dosis zum Abschluss der Impfung mit COVID-19 Vaccine Moderna erfolgen.

Name: Vaxzevria (COVID-19 Vaccine AstraZeneca)

  • Hersteller: AstraZeneca
  • Impfstoff gegen: COVID-19 (Corona Virus Disease 2019)
  • Typ:
  • Ab: 60 Jahre (STIKO)
  • Bis: *
  • Dosierung:

    Mehrdosendurchstechflaschen, die 8 Dosen oder 10 Dosen zu 0,5 ml pro Durchstechflasche enthalten. Eine Dosis (0,5 ml) enthält: Schimpansen-Adenovirus, der das SARS-CoV-2-Spike-Glykoprotein (ChAdOx1-S) kodiert, nicht weniger als 2,5 x 108 infektiöse Einheiten (IE).

    Personen ab 60 Jahren: 1. Dosis i. m., die 2. Dosis 4 bis 12 Wochen nach der ersten.

    Bei Personen, die die 1. Dosis COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erhalten haben, sollte auch die 2. Dosis zum Abschluss der Impfung mit COVID-19-Impfstoff AstraZeneca erfolgen.