Dengue

Impfpräventabel: Ja

Dengue ist die häufigste Flavivirus-Erkrankung und kommt in den gesamten Tropen und Subtropen vor. Es werden vier Serotypen des Denguevirus unterschieden: Typ 1, 2, 3 und 4 (DENV-1 - 4). Während in Ostasien und der Karibik alle vier Virustypen vertreten sind, herrschen in Mittelamerika, in den USA und in Ostafrika (Djibouti, Kenia und Mosambik) die Typen 2 und 3 vor. In Westafrika (Nigeria, Elfenbeinküste, Senegal) treten die Typen 1 und 2 auf, und in der Pazifikregion (Polynesien) ist Typ 2 verbreitet.
Der Mensch ist Hauptwirt; Hauptvektor ist Aedes aegypti, aber auch A. albopictus und einige andere Spezies dieser Gattung übertragen das Denguevirus von Mensch zu Mensch. Bestimmte Aedesspezies können das Virus auch vertikal weitergeben, ihre Eier werden bei der Ablage infiziert. Zumindest in Südostasien wurde auch ein Dschungelkreislauf zwischen Affen und Stechmücken beobachtet. Die übertragenden Mücken sind tag- und nachtaktiv.
Das Krankheitsbild beginnt mit plötzlichem Fieberanstieg sowie Kopf-, Muskel-, Kreuz-, Knochen-, und Gelenkschmerzen (daher auch „breakbone fever", „Siebentage-" oder „Knochenbrecherfieber" genannt). Charakteristisch, aber nicht immer vorhanden, ist ein rötlicher Hautausschlag. Die Patienten erholen sich nur sehr langsam. Selten kommt es zu schweren Verläufen - hämorrhagisches Denguefieber oder Dengue-Schock-Syndrom. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist vor allem bei Zweitinfektion erhöht, vermutlich bedingt durch eine antikörpervermittelte verstärkte Infektion.
Aufgrund der vier Serotypen, kann man mehrfach an Dengue erkranken. Man geht davon aus, dass man nach einer überstandenen Krankheit mit einem Serotyp lebenslang immun gegen diesen ist. Eine Kreuzimmunität für die anderen Serotypen ist bis zu 2 Jahre beschrieben.
Die Erkrankung ist inzwischen in über 100 Ländern endemisch. Seit 2010 war eine dramatische Ausbreitung der Dengue-Erkrankungen besonders in Südamerika zu beobachten, wobei auch Großstädte wie Rio de Janeiro betroffen waren. Die Ursachen dieser Entwicklung sind unter anderem eine zunehmende Überbevölkerung in vielen Tropengebieten und die damit einhergehende steigende Tendenz zur Urbanisierung und Slumbildung. Wichtige Faktoren sind zudem eine rückläufige Kontrolle der Stechmücken, die als Überträger des Virus dienen, sowie der stark zunehmende internationale Verkehr. Hinzu kommen Klimaveränderungen, die tropischen Stechmücken neue Verbreitungsgebiete eröffnen. Größere Denguefieber-Ausbrüche gab es in den letzten Jahren in Südamerika, in Indonesien, Indien und auch in Thailand.
Laut WHO wurden 2024 über 14 Millionen Fälle gemeldet, dadrunter über 12.000 assozierte Todesfälle. In Deutschland steigen die Fälle von reiseassoziiertem Dengue ebenfalls: 2024 waren es 1.717 Fälle.

Dengue-Informationen für Reisende: https://www.who.int/publications/m/item/dengue-information-for-travelers
Da in Teilen Deutschlands geeignete Vektormücken vorkommen, sollten Infizierte und symptomfreie Reiserückkehrende bis 14 Tage nach der Reise während der Mückensaison (Sommer bis Frühherbst) einen konsequenten, ganztägigen Mückenschutz anwenden! Dies gilt besonders in Gebieten mit Aedes albopictus, um eine Übertragung vor Ort zu verhindern, Karte einsehbar auf der Seite der Nationalen Expertenkommission „Stechmücken als Überträger von Krankheitserregern“.

Guter Mückenschutz Tag und Nacht!
Impfung möglich bei Indikation (z. B. Langzeitaufenthalte, Ausbruch) - ggf. bei einem Reisemediziner beraten lassen.

Impfung
Seit Ende 2022 ist ein tetravalenter attenuierter Lebendimpfstoff zugelassen.
Die Impfung wird von der STIKO nur Personen empfohlen, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Virusinfektion durchgemacht haben und wenn die Impfserie (2 Dosen in einem Mindestabstand von 3 Monaten) vor der Abreise abgeschlossen werden kann!

Vermeidung von Insektenstichen
Die konsequente Anwendung folgender Maßnahmen dienen der Vermeidung von Insektenstichen um damit das Risiko von durch Anthropoden übertragenen Erkrankungen (z. B. Malaria, Denguefieber, Chikungunyafieber, Gelbfieber, usw.) zu verringern:
- Anwendung von Moskitonetzen (Imprägnierung mit Repellents)
- Einreiben unbedeckter Hautstellen mit Repellentien
- Tragen von heller (mit Repellents imprägnierter) hautbedeckender Kleidung
- Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Fliegengitter)

Vorsorglich empfiehlt das RKI Reiserückkehrern in deutschen Regionen mit kompetenten Mückenvektoren (Ae. albopictus) im Sommer und Frühherbst auch bei Symptomfreiheit bis 14 Tage nach der Reise Mückenschutz, um autochthoneTransmissionen zu verhindern

Name: Qdenga

  • Hersteller: Ta­ke­da Pharmaceuticals International AG
  • Impfstoff gegen: Dengue
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: ab 4 Jahren
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Attenuierter tetravalenter Lebendimpfstoff. Hergestellt in Vero-Zellen (Affennierenzellen) mittels rekombinanter DNA-Technologie bzw. bei Typ 1, 3 und 4 sind Gene Serotyp-spezifischer Oberflächenproteine in das Typ-2-Dengue-Rückgrat eingefügt.
    Personen ab 4 Jahren: 2 Dosen (je 0,5 ml) ausschließlich s.c. im Abstand von 3 Monaten. Nach der Impfung wird eine Nachbeobachtung von 30 Minuten empfohlen, da selten allergische Reaktionen kurz nach der Impfung auftreten können.
    Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung wurde nicht nachgewiesen.
    Wegen der möglichen Impfvirämie sollten Geimpfte für 4 Wochen kein Blut spenden.

Zielgruppe: Entwicklungs- bzw. Katastrophenhelfer / med. Personal / Langzeitaufenthalt

Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR) der DTG, Februar 2024: Langzeitausgereiste, die ihren Lebensmittelpunkt über längere Zeit in einem Dengue-Endemiegebiet haben, könnten von einer Dengue-Impfung ebenfalls profitieren, denn das Risiko einer Dengue-Infektion steigt kumulativ mit der Aufenthaltsdazer. Bei der Beratung sollten auch die nationalen Impfempfehlungen des jeweiligen Gastlandes Beachtung finden.

Zielgruppe: MigrantenInnen, die Freunde oder Verwandte im Ausland besuchen (Visiting Friends and Relatives, VFR)

Ständiger Ausschuss Reisemedizin (StAR) der DTG, Februar 2024: Personen, die in Dengue-Endemiegebieten aufgewachsen sind oder dort lange gelebt haben und erneut in Endemiegebiete reisen könnten von der Impfung profitieren: Diese Personen waren mit relativ hohem Risiko Dengue-exponiert. selbst wenn sie sich nicht an eine Dengue-Episode erinnern können.

Zielgruppe: Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz

FI: Der Impfstoff ist kontraindiziert,einschließlich Personen, die in den 4 Wochen vor der Impfung immunsuppressive Therapien wie Chemotherapie oder hochdosierte systemische Kortikosteroide (z. B. 20 mg/Tag oder 2 mg/kg Körpergewicht/Tag Prednison über mindestens 2 Wochen) erhalten haben.
Impfung kann bis spätestens 4 Wochen vor der antineoplastischen Therapie verabreicht werden.

Zielgruppe: Personen mit HIV-Infektion

FI: Der Impfstoff ist kontraindiziert bei Personen mit symptomatischer HIV-Infektion oder einer asymptomatischen HIV-Infektion, bei der Hinweise auf eine eingeschränkte Immunfunktion vorliegen.

Zielgruppe: Schwangere und Stillende

FI: Der Impfstoff ist kontraindiziert.