Gelbfieber

Impfpräventabel: Ja

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die in Afrika und in Südamerika im „Gelbfiebergürtel" verbreitet ist. Das Gelbfiebervirus gehört zur Familie der Flaviviren und wird durch Mücken (Aedes aegypti) übertragen, die vor allem in den frühen Morgenstunden stechen.
Laut WHO (2016) erkranken weltweit jährlich bis zu 200.000 Menschen an Gelbfieber, wovon 60.000 sterben. In Deutschland wurden 2018 drei Gelbfiebererkrankungen unter ungeimpften deutschen Brasilien-Reisenden bekannt; ein Patient verstarb.
Die Krankheit bricht 3 bis 6 Tage nach der Infektion aus. Der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich schwer: Es gibt leichte Fälle, die kaum erkannt werden, aber auch sehr bedrohliche Verläufe mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, Schüttelfrost, Haut- und Nasenbluten, Bluterbrechen, schwerer Leber- und Nierenentzündung, Bauchkrämpfen und Delirium. Etwa die Hälfte dieser Erkrankten stirbt am 4. bis 11. Krankheitstag. Eine spezielle Therapie gegen Gelbfieber gibt es nicht. Eine Impfung ist verfügbar und sollte mindestens 10 Tage vor Einreise ins Endemiegebiet gegeben werden. Diese wird ausschließlich in Gelbfieberimpfstellen verimpft und muss im gelben internationalen Impfausweis vom Impfarzt unterschrieben und mit einem amtlich vergebenen Siegel beglaubigt werden.

Vermeidung von Insektenstichen

Vermeidung von Insektenstichen
Die konsequente Anwendung folgender Maßnahmen dienen der Vermeidung von Insektenstichen um damit das Risiko von durch Anthropoden übertragenen Erkrankungen (z. B. Malaria, Denguefieber, Chikungunyafieber, Gelbfieber, usw.) zu verringern:
- Anwendung von Moskitonetzen (Imprägnierung mit Repellents)
- Einreiben unbedeckter Hautstellen mit Repellentien
- Tragen von heller (mit Repellents imprägnierter) hautbedeckender Kleidung
- Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Fliegengitter)

  • Angola
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Äthiopien
  • Benin
  • Bolivien
  • Brasilien
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Demokratische Republik Kongo
  • Ecuador einschl. Galapagosinseln
  • Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
  • Französisch-Guayana
  • Gabun
  • Gambia
  • Ghana
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Kamerun
  • Kenia
  • Kolumbien
  • Kongo
  • Liberia
  • Mali
  • Mauretanien
  • Niger
  • Nigeria
  • Panama
  • Paraguay
  • Peru
  • Senegal
  • Sierra Leone
  • Sudan
  • Südsudan
  • Suriname
  • Togo
  • Trinidad und Tobago
  • Tschad
  • Uganda
  • Venezuela
  • Zentralafrikanische Republik

Name: Stamaril

  • Hersteller: Sanofi Pasteur Europe
  • Impfstoff gegen: Gelbfieber
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: 9 Monaten (nur unter besonderen Umständen ab 6 Monaten)
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten 9. Lebensmonat: 1 mal 0,5 ml vorzugsweise s. c., ggf. i. m.
    Unter besonderen Umständen (siehe Fachinformation) dürfen Kinder zwischen vollendetem 6. und vollendetem 9. Lebensmonat geimpft werden: 1 mal 0,5 ml vorzugsweise s. c., ggf. i. m.
    Wiederimpfungen sind von der WHO nicht mehr generell empfohlen, dennoch Länderempfehlungen beachten. Folgende Personengruppen könnten von einer Auffrischimpfung profitieren:
    – Kinder, die im Alter 2 Jahren erstmals geimpft wurden;
    – Frauen, die zum Zeitpunkt der Impfung schwanger waren;
    – HIV-Infizierte;
    – Personen, die gleichzeitig gegen Gelbfieber und Masern geimpft wurden.

    Hinweis: Die Impfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise ins Endemiegebiet erfolgen.
    Personen über 60 Jahren haben ein höheres Risiko für schwere, möglicherweise letale Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte Erkrankungen. Diese Personen nur impfen, wenn das Risiko einer Gelbfieberinfektion sehr hoch und unvermeidbar ist.
    Stillende Mütter sollten nicht geimpft werden.

Zielgruppe: Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz

(Quelle DTG 2019) Lebendimpfstoffe dürfen während einer immunsuppressiven Therapie nicht verabreicht werden. Die Gelbfieberimpfung ist laut Fachinformation bei Immundefizienz absolut kontraindiziert.
Nach einer immunsuppressiven Therapie sind Mindestabstände zu einer Impfung zu beachten.

Zielgruppe: Säuglinge, Kinder und Jugendliche

Quelle (RKI - Reiseimpfungen für besondere Personengruppen): Da nach Gelbfieberimpfung bei Säuglingen 6 Monaten neurologische Komplikationen häufiger aufgetreten sind, wird diese für Kleinkinder, die in Endemiegebiete reisen, erst ab 9 Monaten empfohlen (in Ausbruchssituationen ab 6 Monaten). Die meisten Länder, für die eine Impfung für die Einreise vorgeschrieben ist, verlangen keinen Impfschutz bei Kindern 9 Monaten. Falls eine Impfung im Alter 2 Jahren verabreicht wurde, ist nicht von einem lebenslangen Schutz durch die Impfung auszugehen und bei nochmaliger Exposition muss erneut geimpft werden. Ein 4-wöchiger Abstand zu anderen Lebendimpfungen wie Masern, Mumps, Röteln/ Varizellen (MMR/V) ist aufgrund der evtl. reduzierten Immunantwort zu empfehlen. Ob bei Kindern, die eine Gelbfieberimpfung ab einem Alter 2 Jahren erhalten haben, von einem lebenslangen Schutz auszugehen ist, wird derzeit noch kontrovers diskutiert.

Zielgruppe: Schwangere und Stillende

Informationen für Schwangerschaft und Stillzeit (Quelle DTG 2019):
Die Gelbfieberimpfung ist relativ kontraindiziert beziehungsweise nach strenger Risikoabwägung möglich, jedoch nicht im 1. und 2. Trimenon (nach WHO). Bei Impfungen der stillenden Mütter wurden wenige Fälle von neurotropen Nebenwirkungen bei den Säuglingen berichtet.

Bei medizinischer Kontraindikation besteht die Möglichkeit einer Impfbefreiung (Formulierung z.B.: „Ms. / Mr.... can not be vaccinated against yellow fever for medical reasons“). Für Reisen in Gelbfiebergebiete muss dabei eine strenge Risikoabwägung erfolgen. Länder, für die Impfpflicht besteht, sind zur Anerkennung dieses Zeugnisses nicht verpflichtet.

Zielgruppe: Senioren (Personen über 60 Jahre)

Da bei Personen ab 60 Jahren ein potenziell höheres Risiko für schwere und möglicherweise letale Gelbfieber-Impfstoff-assoziierte Erkrankungen besteht, sollten diese Personen nur geimpft werden, wenn ein signifikantes und unvermeidbares Risiko einer Gelbfieber-Infektion vorliegt.

Bei medizinischer Kontraindikation besteht die Möglichkeit einer Impfbefreiung (Formulierung z. B.: „Ms. / Mr.... can not be vaccinated against yellow fever for medical reasons“). Für Reisen in Gelbfiebergebiete muss dabei eine strenge Risikoabwägung erfolgen. Länder, für die Impfpflicht besteht, sind zur Anerkennung dieses Zeugnisses nicht verpflichtet.