Vogelgrippe

Impfpräventabel: Nein

„Vogelgrippe“ = aviäre Influenza
Es gibt vier Arten von Influenzaviren: A, B, C und D. Influenza A und B verursachen beim Menschen die saisonalen Grippewellen. Nur Influenza A kann nach heutigem Wissen weltweite Pandemien auslösen. Das natürliche Reservoir vieler Influenza-A-Viren sind Wildvögel.
Influenza-A-Viren werden je nach ihren Oberflächenproteinen in verschiedene Subtypen eingeteilt. Tierische Influenzaviren werden nach ihrem Hauptwirt benannt, z. B. Vogel- oder Schweineinfluenza. Influenza C verursacht beim Menschen meist milde Erkrankungen, während Influenza D hauptsächlich Rinder betrifft. Tierische Influenzaviren unterscheiden sich von menschlichen Viren und können normalerweise nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Künftige Influenza-Pandemien sind wahrscheinlich, aber Zeitpunkt, Erreger und Ausbreitung sind nicht vorhersehbar. Eine Pandemie entsteht, wenn ein neues Influenzavirus auftaucht, das sich dauerhaft von Mensch zu Mensch übertragen kann und gegen das die Bevölkerung kaum oder keine Immunität besitzt. Ob derzeit zirkulierende Vogel-, Schweine- oder andere Influenzaviren eine Pandemie auslösen werden, ist unklar. Deshalb sind eine gute Überwachung von Tieren und Menschen, die genaue Untersuchung von Infektionen und eine gute Vorbereitung auf Pandemien besonders wichtig.

Infektionen mit Vogelgrippe- und anderen tierischen Influenzaviren beim Menschen sind selten. Das größte Risiko besteht durch direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Tieren oder verunreinigten Umgebungen, zum Beispiel auf Geflügelfarmen oder Märkten. Eine dauerhafte Übertragung dieser Viren von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht beobachtet. Durch gut durchgegartes Geflügel und Eier besteht nach aktuellem Wissen kein Infektionsrisiko. Besonders das Vogelgrippevirus A(H5N1) hat sich weltweit stark unter Vögeln und teilweise auch unter Säugetieren ausgebreitet. Es kam zu mehreren hundert menschlichen Erkrankungen, teilweise mit tödlichem Ausgang, vor allem nach Kontakt mit infizierten Tieren. Auch andere Vogelgrippeviren wie A(H7N9), A(H9N2) und A(H5N6) haben vereinzelt Menschen infiziert. Eine weitere Übertragung von Mensch zu Mensch wurde dabei jedoch nicht festgestellt.
Laut WHO wurde seit dem Jahr 2003 bis Ende 2023 bei insgesamt 963 Personen aus 23 Ländern aviäre Infuenza-A(H5N1) nachgewiesen, von denen 48 % (465) verstarben. In Europa wurden bislang keine humanen Fälle berichtet.
Im Juni 2024 berichtete die WHO von einem Fall in Mexiko, bei dem auch erstmals eine Infektion mit Influenza A(H5N2) nachgewiesen wurde. Nach bisherigen Erfahrungen scheint es in erster Linie bei engem Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln sowie deren Produkten oder Ausscheidungen zur Übertragung der Viren auf den Menschen zu kommen. In Deutschland, wo ebenfalls für Vögel hochpathogene H5-Viren zirkulieren, sind bislang keine Erkrankungen beim Menschen mit aviären Influenzaviren bekannt geworden. Ebenfalls seit 2024 wurden erstmals auch Übertragungen von Milchkühen auf den Menschen, via Produkte und Ausscheidungen beobachtet.

Generell sollte man keine kranken oder verendeten (Wild-)Vögel bzw. (Wild-)Tiere anfassen, sondern sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden. Wenn ein Kontakt mit Wildvögeln oder infiziertem Geflügel z. B. aus beruflichen Gründen aber nicht vermieden werden kann, sollten adäquate Schutzmaßnahmen getroffen werden, um das Risiko einer Übertragung auf den Menschen zu minimieren. Das RKI hat auf seinen Internetseiten Empfehlungen zur Prävention bei Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko durch (für Vögel hochpathogene) aviäre Influenza A(H5) veröffentlicht.

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