Zikavirus-Erkrankungen

Impfpräventabel: Nein

Das Zika-Virus (ZIKV) wird durch Aedes aegypti aber auch durch andere Aedes-Artenauf den Menschen übertragen. Eine sexuelle Übertragung ist auch möglich. Das ZIKA-Virus gehört zu den Flaviviren, es wurde in 1947 zum ersten Mal von einer Affe aus dem ZIKA-Wald in Uganda isoliert.
Die Inkubationsperiode beträgt 3 - 12 Tage nach dem Biss durch eine infizierte Stechmücke. Sehr häufig verläuft die Infektion asymptomatisch (etwa 80%) oder mit milden Symptomen. In anderen Fällen geht die Erkrankung mit leichtem Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Der Hautausschlag hält im Mittel sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab. Sehr häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen. Bislang sind nur vereinzelte Todesfälle dokumentiert, die überwiegend mit Vorerkrankungen zusammenhingen.
Das sehr seltene und als Komplikation von anderen Infektionen bekannte, mit Lähmungen einhergehende Guillain-Barré-Syndrom ist bei ZIKV-Infektionen ebenfalls beschrieben worden. Seit September 2015 gab es vermehrt Berichte aus Brasilien, dass der deutliche Anstieg von Fällen einer Mikrozephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren, einhergehend mit geistiger Behinderung) und auch andere (neurologische) Störungen in der intrauterinen Kindesentwicklung mit einer ZIKV-Infektion während der Schwangerschaft zusammenhing. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am 13. April 2016 mitteilte, wurde dieser Zusammenhang inzwischen bewiesen.
Eine durchgemachte Infektion erzeugt wahrscheinlich eine lebenslange Immunität.

Schwerpunkte der ZIKV-Übertragung stellen Mittel- und Südamerika (insbesondere Brasilien und Kolumbien) sowie einige pazifische Inseln Ozeaniens dar. Vor Ort erworbene Krankheitsfälle wurden aus den USA (u. a. Puerto Rico, Brownsville/Texas, Miami/Florida), den Ländern West- und Zentralafrikas sowie aus Südostasien (u.a. Thailand, Vietnam, Singapur) berichtet.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seit März 2017 entsprechend den verfügbaren infektionsepidemiologischen Daten alle Länder weltweit in Risikokategorien eingeordnet.
Bislang existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe.

Insektenstiche vermeiden; guter Mückenschutz

Vermeidung von Insektenstichen
Die konsequente Anwendung folgender Maßnahmen dienen der Vermeidung von Insektenstichen um damit das Risiko von durch Anthropoden übertragenen Erkrankungen (z. B. Malaria, Denguefieber, Chikungunyafieber, Gelbfieber, usw.) zu verringern:
- Anwendung von Moskitonetzen (Imprägnierung mit Repellents)
- Einreiben unbedeckter Hautstellen mit Repellentien
- Tragen von heller (mit Repellents imprägnierter) hautbedeckender Kleidung
- Aufenthalt in mückensicheren Räumen (Fliegengitter)

Zielgruppe: Schwangere und Stillende

Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen, sollen von vermeidbaren Reisen in Zika-Infektionegebiete (vor allem nach Brasilien) absehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau besteht. Bei unvermeidbaren Reisen muss auf eine ganztägige konsequente Anwendung persönlicher Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung von Mückenstichen geachtet werden. Da eine sexuelle Übertragbarkeit der Zika-Virus-Infektion möglich ist, wird während und nach dem Aufenthalt in einem Infektionsgebiet bei Sexualverkehr mit Schwangeren Kondomgebrauch für die Dauer der Schwangerschaft empfohlen. Frauen sollten für 8 Wochen nach Rückkehr aus den Ausbruchsgebieten eine Schwangerschaft verhindern. Sind auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen Zika-Virus-Infektion (z. B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten, sollte eine Schwangerschaft für 6 Monate verhindert werden. Männliche Reiserückkehrer sollten darüber hinaus bewerten, ob die Dauer des Aufenthaltes und das persönliche Risikoprofil vor Ort es rechtfertigen, nach Rückkehr seinen Sexualpartner für die Dauer von 2 Monate durch Kondomgebrauch zu schützen. Sind auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen Zika-Virus-Infektion (z. B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten, sollten sie auf jeden Fall 6 Monate Kondome gebrauchen.