FSME

Impfpräventabel: Ja

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Das FSME-Virus aus der Familie der Flaviviridae wird durch den Stich einer infizierten Zecke (in Deutschland: Holzbock; Ixodes ricinus) auf den Menschen übertragen. Etwa 10 Tage später (Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage) kann eine fieberhafte Erkrankung auftreten, an die sich später bei Befall des Zentralnervensystems entsprechende Symptome anschließen können. Die Infektion verläuft unterschiedlich schwer. Nur bei ca. 30 % kommt es überhaupt zur klinischen Manifestation, die biphasisch verläuft: In der ersten Phase treten grippeähnliche Symptome auf. Nur bei 6 bis 10 % treten in einer zweiten Phase zentralnervöse Symptome sowie Leber- oder Myokardbeteiligung auf. Die schwerste Form ist die Meningitis oder (Radikulo)-Meningoenzephalitis, die bei den Betroffenen zu schlaffen, bleibenden Lähmungen in 3 bis 11 % der Fälle führen kann. Die Letalität der FSME liegt bei ca. 1 %. Ein FSME-Erkrankter ist nicht für andere ansteckend!
Zur Behandlung der FSME gibt es keine Medikamente; vor der Erkrankung schützt nur die rechtzeitig und vollständig durchgeführte Impfung.
Insgesamt kann man sich bei uns - witterungsbedingt unterschiedlich - von April bis November mit FSME infizieren. Zecken sind ab etwa 7 °C aktiv. Jahreszeitliche FSME-Erkrankungshäufungen kommen im Frühsommer vor (Mai bis Juli) mit einem 2. Gipfel im Oktober.
In den Verbreitungsgebieten in Deutschland ist nicht jede Zecke Virusträger; der Anteil der infizierten Zecken beträgt in der Regel bis 5 %. Im Ausland, vor allem in den baltischen Staaten, ist die Durchseuchung der Zecken zum Teil wesentlich höher.
In Deutschland wurden in den letzten 10 Jahren unterschiedliche Erkrankungszahlen gemeldet: 2013 waren es noch 420 Fälle, 2014: 265 Fälle; 2015: 219 Fälle; 2016: 348 Fälle, 2017: 485 Fälle, 2018: 607 Fälle, 2019: 462 Fälle. Die Mehrzahl der Erkrankten war nicht oder unzureichend geimpft.
Risikogebiete in Deutschland sind (Stand Januar 2019): 43 Kreise in Baden-Württemberg; 91 Kreise in Bayern (2019 neu: LK Garmisch-Partenkirchen, LK Landsberg a. Lech und SK Kaufbeuren); 10 Kreise in Thüringen; 9 Kreise in Hessen; 5 Kreise in Sachsen (2019 neu: LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und jeweils 1 Kreis in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Niedersachsen (2019 neu: LK Emsland). In folgenden Bundesländern sind vereinzelt FSME-Erkrankungen gemeldet worden: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein.
Das FSME-Virus tritt in 3 geographisch unterschiedlich verteilten und molekularbiologisch unterscheidbaren Genotypen auf, dem Zentraleuropäischen, dem Fernöstlichen und dem Sibirischen Subtyp. Eine FSME-Impfung schützt gegen alle Formen.
Zecken (Ixodes ricinus) kommen in der Regel nur in Höhenlagen vor, bei denen die mittlere Jahrestemperatur über 8 °C liegt, mittlerweile sind Zecken aber auch schon in Höhenlagen bis 1.500 m beobachtet worden. Außerdem sind z. B. die in Ost- und Nordeuropa (baltische Staaten, Russland) lebenden Zecken (Ixodes persulcatus) deutlich kälteresistenter.

Hinweis: Durch einen Zeckenstich wird nicht nur das FSME-Virus auf den Menschen übertragen, sondern unter anderem auch der Erreger der Borreliose. Erstes klinisches Zeichen für eine Borreliose ist häufig ein Erythema chronicum migrans („Wanderröte"). Hier kann gegebenenfalls eine Antibiotikatherapie notwendig sein. Gegen Infektionen mit diesen Bakterien, die weltweit verbreitet sind, schützt die FSME-Schutzimpfung nicht. Nach jedem Zeckenstich sollte auch der Impfstatus gegen Tetanus überprüft werden.
Weitere Informationen: www.rki.de, www.dgk.de/fsme, www.zecken.de

Zeckenstiche vermeiden

Um Zeckenstiche zu vermeiden, sollten beim Aufenthalt im Grünen einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
– Im Wald möglichst die Wege benutzten.
– Gebüsch, dichtes Unterholz und hohes Gras meiden.
– Vorzugsweise geschlossene, helle Kleidung tragen: langärmlige Oberteile, lange Strümpfe, Hosen, feste Schuhe und Kopfbedeckung.
– Unbedeckte Haut sowie Hosenbeine oder Strümpfe mit Repellentien behandeln; das kann für etwa zwei Stunden helfen.
Nach dem Aufenthalt im Freien Kleidung und Körper sorgfältig und systematisch nach Zecken absuchen.
Falls eine Zecke gestochen hat, sollte sie vorsichtig und schnell entfernt werden. Sie sollte dabei - ohne Anwendung von Lösungsmittel und dergleichen - möglichst am Kopf gegriffen werden, ohne dass der Zeckenkörper gequetscht wird. Gegebenenfalls kann sie mit einem Skalpell vorsichtig ausgehebelt werden. Zeckenkarte/-zange können in der Apotheke oder im Drogeriemarkt gekauft werden.

nicht vergessen: 3. Dosis nach 5 bzw. 9 bis 12 Monaten (abhängig vom verwendeten Impfstoff).

Schnellimmunisierung möglich, Schema siehe FSME-Impfstoffe.

Name: Encepur Erwachsene

  • Hersteller: GSK (GlaxoSmithKline)
  • Impfstoff gegen: FSME
  • Typ: Totimpfstoff
  • Ab: 12 Jahre
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung: 3 mal 0,5 ml i. m. oder s. c.; 2. Impfung nach 14 Tage bis 3 Monaten, 3. nach 9 bis 12 Monaten. Die 2. Impfung kann vorgezogen werden und 2 Wochen nach der 1. Impfung erfolgen.
    Auffrischimpfung nach 3 Jahren, danach bis 49 Jahre alle 5 Jahre, ab 50 Jahren alle 3 Jahre.
    Schnellimmunisierungsschema: 3 mal 0,5 ml an den Tagen 0, 7, 21;
    1. Auffrischimpfung nach 12 bis 18 Monaten, danach bis 49 Jahre alle 5 Jahre, ab 50 Jahren alle 3 Jahre.

Name: Encepur Kinder

  • Hersteller: GSK (GlaxoSmithKline)
  • Impfstoff gegen: FSME
  • Typ: Totimpfstoff
  • Ab: 1 Jahr
  • Bis: <12 Jahre
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung: 3 mal 0,25 ml i. m. oder s. c.; 2. Impfung nach 14 Tage bis 3 Monaten, 3. nach 9 bis 12 Monaten. Die 2. Impfung kann vorgezogen werden und 2 Wochen nach der 1. Impfung erfolgen.
    Auffrischimpfung nach 3 Jahren, danach alle 5 Jahre.
    Schnellimmunisierungsschema: 3 mal 0,25 ml an den Tagen 0, 7, 21;
    1. Auffrischimpfung nach 12 bis 18 Monaten, danach alle 5 Jahre.

Name: FSME-IMMUN Erwachsene

  • Hersteller: Pfizer
  • Impfstoff gegen: FSME
  • Typ: Totimpfstoff
  • Ab: 16 Jahre
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung: 3 mal 0,5 ml i. m.: 2. Impfung 1 bis 3 Monate nach der 1. Impfung; 3. Impfung 5 bis 12 Monate nach der 2. Impfung.
    Schnellimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 14 Tagen; 3. Dosis 5 bis 12 Monate nach der 2. Dosis
    Auffrischimpfung < 60 Jahre: 3 Jahre nach der letzten Impfung; alle weiteren Impfungen nach 5 Jahren; Auffrischimpfung ≥ 60 Jahre: 3 Jahre nach der letzten Impfung.
    Nur in Ausnahmefällen s. c. Injektion möglich, siehe Fachinformation.
    Daten bei Immunsupprimierten liegen nicht, siehe Fachinformation.

Name: FSME-IMMUN Junior

  • Hersteller: Pfizer
  • Impfstoff gegen: FSME
  • Typ: Totimpfstoff
  • Ab: 1 Jahr
  • Bis: 16 Jahre
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung: 3 mal 0,25 ml i. m.: 2. Impfung 1 bis 3 Monate nach der 1. Impfung; 3. Impfung 5 bis 12 Monate nach der 2. Impfung.
    Schnellimmunisierung: 2 Impfungen im Abstand von 14 Tagen; 3. Dosis 5 bis 12 Monate nach der 2. Dosis.
    Auffrischimpfung: 3 Jahre nach der 3. Impfung; alle weiteren Auffrischungen alle 5 Jahre.
    Für Kinder unter 6 Jahren liegen keine Daten zu einer Nachholimpfung vor, siehe Fachinformation.
    Kinder mit geschwächter Immunabwehr: siehe Fachinformation.
    Nur in Ausnahmefällen s. c. Injektion möglich, siehe Fachinformation.

Zielgruppe: Säuglinge, Kinder und Jugendliche

(Quelle DTG 2019) Bei Kleinkindern unter 3 Jahren treten gehäuft Fieberreaktionen auf, insbesondere nach der ersten Teilimpfung. Bei Kindern mit Fieberkrämpfen in der Anamnese oder hohem Fieber nach Impfung sollte eine fiebersenkende Prophylaxe oder Behandlung in Betracht gezogen werden.