HIV

Impfpräventabel: Nein

Das humane Immundefizienzvirus, kurz HIV genannt, gehört zur Familie der Retroviridae. Die Übertagung erfolgt durch Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten, sprich beim ungeschützten Sex (Sperma, Scheidenflüssigkeit und Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut), mittels kontaminierten Blutes oder von Blutprodukten, in Form einer gemeinsamen Verwendung von Injektionsutensilien, z. B. bei Personen mit i. v. Drogengebrauch, oder durch Schnitt- oder Stichverletzungen an kontaminierten Instrumenten, z. B. bei medizinischem Personal. Übertragungen von der Schwangeren auf ihr Kind sind kurz vor, vor allem aber während der Geburt möglich. Nach der Geburt kann die Infektion durch Stillen übertragen werden. Diese beiden Infektionswege lassen sich jedoch gegenwärtig mit Medikamenten verhindern.
Eine Übertragung in Alltag, z. B. Umarmen, Küssen, gemeinsamer Benutzung von Geschirr oder Toiletten ect. besteht nicht, da die Menge an HI-Viren z. B. im Speichel für eine Ansteckung zu gering ist! Des Weiteren bietet die intakte Haut eine sichere Barriere.
Hat man sich mit HIV angesteckt sind Behandlungsmöglichkeiten vorhanden, die die Virusvermehrung hemmen, jedoch heilbar ist HIV nicht.
2 bis 6 Wochen nach einer HIV-Infektion treten oft grippeartige Symptome wie Muskel- und Gliederschmerzen, Fieber, Lymphknotenschwellung auf. Dann bleibt die Infektion meist lange symptomfrei, obwohl HI-Viren den Körper weiter schädigen. Werden die Viren zu spät oder gar nicht erkannt und behandelt, schädigen sie die körpereigene Immunabwehr und AIDS (engl. für Acquired Immune Deficiency Syndrome; „erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom) wird ausgelöst. Das Immunsystem kann dann Erreger wie Bakterien, Parasiten, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Pneumonien, Ösophagitiden durch Candida albicans, durch Toxoplasmen verursachte zerebrale Abszesse und Reaktivierungen von Zytomegalievirus-Infektionen sind häufig. Eine weitere bedeutende AIDS-definierende Erkrankung ist die aktive Tuberkulose.

2018 wurden dem Robert Koch-Institut 2.818 Neuinfektionen gemeldet. Weltweit sind ca. 38 Millionen Menschen infiziert, 770.000 Menschen sind 2018 daran gestorben.

Schutz vor Blutkontakt; kein ungeschützter Geschlechtsverkehr

Einen Impfstoff gibt es leider noch nicht. Deshalb ist es besonders wichtig, Reisende über die Gefahren einer Infektion aufzuklären:
Dabei sollten Sextouristen oder auch solche Reisende im Detail über die Übertragung beim Geschlechtsverkehr aufgeklärt werden, bei denen ein längerer Aufenthalt im Lande mit engen - auch intimen - Kontakten zur Bevölkerung zu erwarten ist. Diese Reisenden sollten auch über die Verminderung der Infektionsgefahr durch Verwendung guter Kondome informiert werden.
Bei Abenteuer-Reisenden ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Gefahr einer Infektion bei schlecht getesteten Blutspenden groß ist, was besonders bei Unfällen wichtig sein kann. Sie sollten deshalb in eine Blutübertragung nur einwilligen, falls dies unvermeidbar erscheint und sich gegebenenfalls nach ihrer Rückkehr noch einmal auf HIV kontrollieren lassen.
Wenn Ihr Patient regelmäßig Spritzen benutzen muss (z. B. als Diabetiker) und in ein Land mit weniger guter medizinischer Versorgung fährt, sollte er eine ausreichende Menge an sterilen Kanülen und Spritzen mitnehmen. Hier ist eine ärztliche Bescheinigung sinnvoll, damit bei der Einreise (Zoll) keine Schwierigkeiten auftreten.