Masern (MMR)

Impfpräventabel: Ja

Masern sind eine akute Viruserkrankung, die vorwiegend im Kindesalter auftritt. Sie sind gekennzeichnet durch starke katarrhalische Erscheinungen der oberen Luftwege, die typischen Exantheme und ein schweres Krankheitsgefühl mit meist hohem Fieber.
Das Masernvirus, ein RNS-Virus aus der Gruppe der Morbilli-Viren wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Eintrittspforte sind die Schleimhäute und die Konjunktividen. Masernviren sind hoch kontagiös und sehr pathogen.
Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits 3 - 5 Tage vor Auftreten des Exanthems und hält bis 4 Tage nach Auftreten des Exanthems an. Unmittelbar vor Erscheinen des Exanthems ist sie am größten.
Die Krankheit verläuft zweiphasig. Nach einer Inkubationszeit beträgt von der Exposition bis zum Auftreten des Exanthems gewöhnlich 13-14 Tage (7- (sehr selten) 21 Tage). Im Prodomalstadium kommt es oft innerhalb weniger Stunden zu hohem Fieber, Schnupfen, Konjunktivitis und weiteren katarrhalischen Symptomen. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten zeigen sich in der Wangenschleimhaut die charakteristischen sogenannten Koplik'schen Flecken. Nach etwa 2 - 3 Tagen geht das Fieber deutlich zurück, um etwa am 4. Tag nach Ausbruch erneut schnell auf zum Teil kritische Temperaturen anzusteigen. Parallel dazu (am 3. - 7. Tag nach Auftreten der initialen Symptome) breitet sich beginnend mit einem Enanthem, das typische makulopapulöse Masernexanthem aus. Die Flecken sind dunkelrot, grobfleckig, unregelmäßig begrenzt und konfluieren. Die ersten Anzeichen beginnen am Kopf, meist hinter den Ohren. Dann überziehen die Flecken das Gesicht und innerhalb der nächsten Tage breiten sich nach unten über den gesamten Körper bis zu den Extremitäten aus. Bei unkompliziertem Verlauf fällt das Fieber dann wieder ab. Die Erkrankung dauert etwa 2 Wochen.
Die zelluläre Immunität ist mindestens 6 Wochen nach Rückgang des Fiebers supprimiert. Betroffene haben daher vorübergehend eine erhöhte Empfänglichkeit für bakterielle Superinfektionen. Die häufigsten Komplikationen sind Otitis media, Bronchitis, Pneumonie und Diarrhöen. An Sekundärinfektionen erkrankt daher fast jeder Vierte. Eine besonders gefürchtete Komplikation, die akute postinfektiöse Enzephalitis, zu der es in etwa 0,1 % der Fälle kommt, tritt etwa 4 - 7 Tage nach Auftreten des Exanthems mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auf. Bei etwa 10 - 20% der Betroffenen endet sie tödlich, bei etwa 20 - 30% muss mit Residualschäden am Zentralen Nervensystem (ZNS) gerechnet werden.
Eine sehr seltene Spätkomplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die sich durchschnittlich 6 – 8 Jahre nach Infektion manifestiert. Nach Literaturangaben kommt es durchschnittlich zu 4 – 11 SSPE-Fällen pro 100.000 Masernerkrankungen. Ein deutlich höheres Risiko besteht bei Kindern < 5 Jahren. Dieses wird auf etwa 20 – 60 SSPE-Fälle pro 100.000 Masernerkrankungen geschätzt. Beginnend mit psychischen und intellektuellen Veränderungen entwickelt sich ein progredienter Verlauf mit neurologischen Störungen und Ausfällen bis zum Verlust zerebraler Funktionen. Die Prognose ist stets infaust.
Es gibt keine antivirale Therapie für Masern. Nach Angaben der WHO liegt in entwickelten Ländern die Letalität der Masern zwischen 0,05 und 0,1 %, in Entwicklungsländer deutlich höher. In Deutschland muss man mit 1 Todesfall pro 1.000 Masernerkrankte rechnen.

Name: M-M-RVaxPro

  • Hersteller: MSD
  • Impfstoff gegen: Masern (MMR), Mumps, Röteln
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: (9) - 12 Monate
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Personen ab 12 Monate: 1 mal 0,5 ml i. m. oder s. c.; 2. Dosis gemäß den offiziellen Impfempfehlungen frühestens 4 Wochen nach der 1. Dosis. Kindern von 9 - 12 Monaten kann eine Impfdosis verabreicht werden, wenn ein früher Impfschutz notwendig ist. Diese Kinder sollten die 2. Dosis im Alter von 12 - 15 Monaten erhalten.

    STIKO Empfehlung:
    Ungeimpfte Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter: zweimalige Impfung mit einem MMR-Impfstoff.
    Einmal geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter, erhalten eine weitere Dosis.

Name: Priorix

  • Hersteller: GSK (GlaxoSmithKline)
  • Impfstoff gegen: Masern (MMR), Mumps, Röteln
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: 9 Monate
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung ab vollendetem 12. Lebensmonat: 1 mal 0,5 ml i. m. oder s. c., die 2. Dosis entsprechend den STIKO-Empfehlungen frühestens 4 Wochen nach der 1. Impfung.
    Säuglinge 9 - 12 Monate: Wenn Impfung im 1. Lebensjahr notwendig, sollte eine 2. Dosis im zweiten Lebensjahr, vorzugsweise innerhalb von 3 Monaten nach der 1. Dosis gegeben werden.

Name: Priorix Tetra

  • Hersteller: GSK (GlaxoSmithKline)
  • Impfstoff gegen: Masern (MMR), Mumps, Röteln, Varizellen
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: (9) - 11 Monate
  • Bis: 12 Jahre (13. Geburtstag)
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung Säuglinge und Kinder von 11 Monaten bis 12 Jahre: 2 mal 0,5 ml s. c. oder i. m. vorzugsweise im Abstand von 6 Wochen – 3 Monate. Wenn 1. Dosis vor dem 11. Lebensmonat gegeben wurde, dann 2. Dosis 3 Monate nach der 1. Impfung.

Name: ProQuad

  • Hersteller: MSD
  • Impfstoff gegen: Masern (MMR), Mumps, Röteln, Varizellen
  • Typ: Lebendimpfstoff
  • Ab: (9) - 12 Monate
  • Bis: ohne Altersgrenze
  • Dosierung:

    Grundimmunisierung ab 12 Monate: 2 Dosen à 0,5 ml i. m. oder s. c. im Mindestabstand von 1 Monat. Zweite Dosis vorzugsweise innerhalb von 3 Monaten nach der ersten Dosis.
    Säuglinge von 9 - 12 Monate (gemäß offizieller Impfempfehlung oder wenn Impfschutz für notwendig gehalten wird): 2 Impfungen im Abstand von mindestens 3 Monaten.

Zielgruppe: Schwangere und Stillende

Schwangere Frauen dürfen nicht mit einem Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff geimpft werden. Nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden.
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoff während der Stillzeit vor. Es ist nicht bekannt, ob Masern- oder Mumpsviren mit der Muttermilch ausgeschieden werden.